2.12.2025
Katholische Akademie in Berlin
Wie bezeugt man die Zeugen? Wie kann man Unsagbares sichtbar machen? Offer Avnon erzählt. Nicht linear. mit Bildern, mit Stimme und Stimmung und vor allem: aus der Ich-Perspektive. Er setzt sich damit aus: dem, was er erlebt, was ihm gesagt wird, was er sieht und erfährt. Er zeigt, dass Wahrheit und Erinnern nicht anders als in dieser Perspektive zu haben ist. Und dies auf eine Weise, dass man nach dem Film es dieser Stimme nachtun möchte: sich aussetzen, und Zeuge sein.
Dr. Katrin Visse
Initiative: Dr. Silvia Richter und Kathrin Visse. Organisation: Kathrin Visse. Eine Veranstaltung der Katholischen Akademie in Berlin im Kino Central am 02.12.2025
25.11.2025
Gabriel-von-Seidl Gymnasium
„Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ – welch rätselhafter Filmtitel! Eine neue seltsame Idee der Englisch-Fachschaft, dachten sich 112 Schüler*innen der 12. und 13. Klasse des Gabriel-von-Seidl Gymnasiums Bad Tölz, als sie gefragt wurden, ob sie Lust hätten, sich einen Film dieses Titels anzusehen und im Anschluss seinen israelischen Regisseur Offer Avnon kennenzulernen. In den Kursen der Jahrgangsstufe 13 war das Interesse bemerkenswert, da besonders diese Jugendlichen sich im Lauf der letzten beiden Jahre in verschiedenen Projekten mit der deutschen Vergangenheit, der Shoah und Möglichkeiten der Erinnerung auseinandergesetzt hatten. Eine Gruppe hatte einen eigenen Film über die letzten Kriegstage und die Erlebnisse eines Hitlerjungen in Bad Tölz gedreht und hatten sich deswegen mit alten Zeitungsartikeln, Fotos und Erinnerungen von Zeitzeugen beschäftigt. Viele Q13 Schüler*innen sind in der SMV engagiert und haben persönlich Gedenkveranstaltungen mitorganisiert, wie zum Beispiel einen Schweigemarsch anlässlich der Befreiung von jüdischen Häftlingen aus dem „Todesmarsch“, der auch durch Bad Tölz führte. Alle Schüler*innen der Q13 hatten mehrmals Gelegenheit, den Überlebenden Abba Naor sprechen zu hören und ihm Fragen zu stellen. Auch hatten sich alle Englischkurse der Q13 im Hinblick auf das Britische Empire mit der Geschichte des Britischen Protektorats Palästina und der Staatsgründung Israels befasst. Zudem hatten alle einen Vortrag über Antisemitismus gehört, den Professor Michael Wolffsohn an unserer Schule gehalten hat. Ein Kurs hatte den Roman „Return to Haifa“ des (nicht unproblematischen) palästinensischen Autors Gassan Khanafani gelesen, der u.a. die grausamen Erfahrungen von polnischen Juden im Zweiten Weltkrieg erzählt und dessen Hauptthema die Gewalt und die Kriege zwischen Arabern und Juden zwischen 1948 und 1967 ist. Alle zeigten sofort großes Interesse, einen Künstler, der just aus Haifa kommt, zu treffen und mit ihm in Dialog zu treten. Anders war es in der 12. Jahrgangsstufe. Zwar war auch hier das allgemeine Interesse groß, allerdings gab es auch ablehnende Reaktionen, die jedoch - wie so oft in der Schule - aus Zeitgründen oder Mangel an Energie für noch mehr „Problematisches“ nicht weiter thematisiert wurden. Ein türkisches Mädchen wollte nicht in einen Film eines israelischen Regisseurs gehen, ein Junge drückte ebenfalls seine Ablehnung aus (und blieb daher auch in der Schule statt ins Kino zu gehen). Inwiefern die Ablehnung durch Antisemitismus motiviert war, wurde nie festgestellt. Das Filmgespräch sollte auf jeden Fall von den jungen Leuten selbst moderiert werden. Ein Junge, dessen Großeltern aus dem Iran stammen und ein Mädchen mit koreanischen Wurzeln wollten das übernehmen. Sie sahen den Film auch vorab, um einen kleinen Wissensvorsprung zu haben. Sie beschäftigten sich mit Herrn Avnons Biographie und den online zu findenden Rezensionen zum Film. In einem Vorgespräch konnten sich alle Beteiligten, die Moderator*innen, das Technik-Team und der Regisseur kennenlernen und das Vorgehen für die Filmvorführung besprechen. Diese sehr persönliche Begegnung war für die Jugendlichen wertvoll und bereichernd – nicht nur, weil es ihre erste Begegnung mit einem Israeli war. Die Uhrzeit der Filmvorführung war sicher für alle nicht ideal. Herr Avnon bezeichnet sich selbst nicht gerade als Frühaufsteher, und auch die Schüler*innen (und ihre Kursleiter*innen) sind morgens um 8 Uhr nicht in Bestform. Umso erstaunlicher war das hohe Maß an Konzentration, das man während des Screenings spüren konnte. Der Film stellt große Ansprüche an sein Publikum. Die Einstellungen sind lang, zuweilen einen Tick zu lang. Es gibt keinen Handlungsstrang, keine klare Botschaft. Der Regisseur arbeitet mir Bildern und Assoziationen. Der Film ist sperrig und steht heutigen Sehgewohnheiten diametral entgegen. Vor allem jungen Leute mit einer Tik-tok-Aufmerksamkeitsspanne verlangt er einiges ab. Ein Blick ins junge Publikum offenbarte jedoch, dass alle (mit wenigen Ausnahmen) zu 100% bei der Sache waren. Auch während des anschließenden Gesprächs waren alle wie gebannt, was angesichts des Alters durchaus erstaunlich ist. Einige Jugendliche, von denen ihre Lehrkräfte es kaum erwartet hatten, waren gefesselt von dem Film und sie saßen bewegungslos in ihren Kinosesseln. Auch während sie den Fragen der Mitschüler*innen und den Antworten Offer Avnons lauschten, zeigte ihre Körperhaltung höchste Anspannung. Manche beugten sich vor, um kein einziges Wort und keine Geste des Regisseurs zu verpassen. Diese Reaktion fiel gleich mehreren Lehrerinnen auf, da sie wirklich ungewöhnlich ist. Die beiden Jugendlichen, die das Filmgespräch moderierten, waren gut vorbereitet. Sie hatten sich einige Fragen überlegt, die sie als „Eisbrecher“ stellen konnten und auch die Überleitungen zu weiteren Themen gelang ihnen geschmeidig. Sicherlich wurden am Ende einige Allgemeinplätze von sich gegeben (à la: „Nie wieder…“, „Aus der Geschichte lernen …“, „Wir haben Verantwortung …“ etc.), aber im Nachgespräch mit den Schüler*innen, in dem diese Problematik angesprochen wurde, stellte sich heraus, dass das, was Erwachsene, die sich seit Jahren mit „Erinnerungskultur“ beschäftigen, als „Betroffenheitsbingo“ bezeichnen, von den jungen Leuten „echt“ gefühlt wird. Mögen die Phrasen bereits hundertmal gedroschen worden sein, für die 18-Jährigen sind sie neu, ehrlich gemeint und authentisch. Die involvierten Pädagog*innen konnten aus den Betrachtungen viel lernen. Da das Filmgespräch auf Englisch stattfinden musste (nur so hatte die Fachschaft Englisch eine „Rechtfertigung“, ein derartiges Projekt außerhalb des Unterrichts, das anderen Fächern Stunden wegnimmt, zu organisieren), wagten einige interessierte Jugendliche nicht, in so großer Runde Fragen zu stellen. Da der Regisseur jedoch mit viel Ruhe und Ernsthaftigkeit auf die ersten Fragen einging und den Jugendlichen das Gefühl vermittelte, mit ihnen auf Augenhöhe zu sprechen und nicht belehrend erschien, schnellten immer mehr Finger in die Höhe. Die „hörbarste“ Reaktion während des Films war das erstaunte Lachen des Publikums gewesen, als der begeisterte Sammler von Nazi-Devotionalien stolz auf Schwäbisch seine Schätze präsentierte. Natürlich bezogen sich einige Fragen auf diese unglaubliche Person. Wie lernt ein jüdischer Regisseur solche Leute kennen und wie bringt er sie auch noch dazu, so treuherzig vor der Kamera die deutsche Wehrmacht zu bewundern? Wie vorhergesehen, hatten die Jugendlichen großes Interesse an der Einschätzung des Regisseurs zum Krieg mit der Hamas und der Situation in Gaza. Anders als insgeheim befürchtet wollte aber niemand provozieren oder anklagen. Die Schüler*innen waren aufgeschlossen und ehrlich an der politischen Meinung interessiert. Und sie erhielten ausführlich eine komplexe Antwort, die die komplexe Situation widerspiegelte. Es kam zu einem Austausch, der nicht geprägt von Propagandazwecken oder gezielter Beeinflussung war und wohl genau deswegen zu noch mehr Nachforschen und Nachdenken anregte. Schnelle, einfache schwarz-weiß Antworten, so nahmen alle mit, gibt es nicht. Unglücklicherweise war der zweite Teil der Veranstaltung, das Filmgespräch, viel zu kurz. Alle verfluchten das enge Korsett, in das der Schulalltag zwängt. Denn viele Fragen blieben ungestellt. In den Kursräumen und im Lehrerzimmer jedoch wurde weiter debattiert und sich ausgetauscht, leider ohne Offer Avnon. Das Feedback reichte von offener Begeisterung („Was für ein toller Typ!“) bis zu detaillierten Szenenanalysen. Es wurde diskutiert, ob es mehr derartige Veranstaltungen an der Schule geben sollte, oder ob es bereits „zu viel“ davon gibt. Kann man durch die Auseinandersetzung mit der Shoah Positives bewirken oder macht sie die Schüler*innen „erinnerungsmüde“ und abgestumpft? Sollen bzw. dürfen sich Lehrer*innen im Klassenzimmer politisch positionieren? Was, wenn AfD-nahe Gruppen oder gar Lehrer*innen Veranstaltungen anbieten und in die Schule tragen? Die Themenfelder, die durch die Filmvorführung und den Kontakt mit dem Regisseur aus Haifa angesprochen wurden, waren vielfältig. Die Frage bleibt, wieviel und was die Veranstaltung „bewirkt“ hat. Wen haben wir erreicht? Es wird keine Antwort geben. Durch die Planung und Organisation ergab sich jedoch eine sehr konkrete Erkenntnis für die beteiligten Lehrkräfte. Frustriert durch die Widerstände, die Umständlichkeit, mit der solch gesellschaftlich relevante Veranstaltungen auf die Beine gestellt werden müssen, müssen sich die „Nimmermüden“ strukturell organisieren. Auch die Besorgnis angesichts der Unbilligkeiten und Gefahren, die von AfD- nahen Eltern oder Schüler*innen ausgehen, die an anderen Schulen einzelnen Lehrer*innen bereits viel Ärger bereitet haben (Gerichtsverfahren etc.) und wo es von Seiten der Schulleitung oder Kolleg*innen keine Solidarität gab, wollen sie sich zu einem „Arbeitskreis Demokratie“ zusammenschließen. Es soll in Zukunft keiner Konstruktionen und Rechtfertigungsstrategien bedürfen, um sich mit Geschichte, mit der Shoah und mit den Gefahren für unsere Demokratie auseinanderzusetzen. Der Arbeitskreis wird Veranstaltungen und Fortbildungen anbieten und die Beteiligten wollen sich gegenseitig den Rücken stärken.
Bettina Brunner
Initiative und Organisation:
Bettina Brunner. Veranstaltung der
Gabriel-von-Seidl Gymnasium Bad-Tölz im Capitol Theater. B.Brunner initiierte auch die Vorführungen des Films in Polen 2025, deren Umsetzung Marta Pisarek weitertrieb.
21.11.2025
VVN-BdA
München
Offer Avnons Film geht unter die Haut und entfaltet eine nachhaltige Wirkung. Mit seinen ruhigen Einstellungen lässt er Raum für eigene Assoziationen und eröffnete durch die eindringliche Bildsprache selbst einer nicht deutschsprachigen Zuschauerin einen intuitiven Zugang zur Thematik. Zugleich gelang es Offer Avnon durch seine freundliche, respektvolle Art der Befragung eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Interviewten in Israel, Polen und Deutschland oft überraschende Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt preisgaben. So zeigt der Dokumentarfilm in fragmentarischer Form, durch welche Traumata der Holocaust fortlebt und welche Verdrängungsmechanismen bei den Nachkommen der Täter und der Opfer zu beobachten sind. Was prägt die Erinnerung, die Wahrnehmung, das Zugehörigkeitsgefühl, das Bewusstsein, die Identität des Einzelnen? Ist überhaupt eine Annäherung, ein Dialog zwischen Angehörigen von Tätern und Opfern möglich? Jede Antwort wirft neue Fragen auf. Auch der Filmtitel erschließt sich nicht ohne weiteres Nachdenken. So bleibt der Wunsch, diesen intensiven, berührenden Film erneut sehen und weitere Facetten entdecken zu können.
Walburga Rempe
Gemeinsame Veranstaltung von Werkstattkino und VVN-BdA München.
20.11.2025
Unterstützer-kreis Jüdische Kultur Esslingen
Ein sehr beeindruckender Dokumentarfilm, der im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Le Chaim- Jüdisches (Er)Leben in Esslingen gezeigt wurde. Dokumentarfilm? Ein sehr persönlicher Film des israelischen Filmemachers Offer Avnon, der viele Fragen aufwirft und - glücklicherweise - längst nicht alle beantwortet. Diese Aufgabe überlässt Avnon den Zuschauern selbst. Einige Szenen lassen den Zuschauer irritiert zurück - kaum zu glauben, dass sich Menschen, die ein KZ aus eigener Anschauung kennen, sich heute derart brutal antisemitisch äußern. Ein wenig tröstlich dagegen die Szenen, in denen der Vater des Filmemachers im Gespräch mit seinem arabischen "Metzger des Vertrauens" in Haifa zu sehen ist. Das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion ist bereichernd! Noch ein Wort zur Ästhetik des Films: hervorragend komponiert, tolle Einstellungen, die Nahaufnahmen mit großer Tiefe und genauem Blick auf jedes Detail.
Andrea Klöber
Gemeinsame Veranstaltung des KoKi Esslingen in Zusammenarbeit mit dem Unterstützerkreis Jüdische Kultur Esslingen und der IRGW
21.5.2024 20.11.2024
Institut für Kulturanthrop-ologie / Europäische Ethnologie |
Universität
Göttingen
Vielen Dank für Ihren Film, der mich noch weiter beschäftigt. Er berührt viele Fragen, die mich schon länger bewegen, z.B. ob und wieweit die Shoah einzigartig und unvergleichlich ist und in welcher Beziehung Philosemitismus zu Antisemitismus steht. Mir gefällt, dass der Film mehr Fragen stellt als beantwortet, dabei aber auch die Suche nach den Antworten thematisiert. Die vielschichtigen Bilder und Schnitte fand ich so poetisch wie den Titel, ohne dass die Ästhetik den Schmerz überspielt.
Esther Lauer
Mai: Veranstaltung des Kinos Lumière mit dem GCJZ Göttingen.
November: Initiative Esther Lauer – Veranstaltung des KAEE i. K. mit HKW der Uni Göttingen und Kino Lumière, unterstützt vom GCJZ Göttingen.
20.5.2024
Die Linse e.V.
„Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ hat mich sehr berührt. Das sind die Menschen, die ihre Trauma aus der Vergangenheit oder der Vorfahren mit sich tragen und versuchen, einen Umgang damit zu finden.
Das ist aber auch der Film, der es einem schwer macht, Menschen sofort in Schubladen stecken,
ohne dass wir vorher versucht haben, ihnen richtig zuzuhören. Und der viele Fragen stellt, ohne direkt Antworten zu liefern und es uns zur Aufgabe macht, nach diesen Antworten selber zu suchen.
Thomas Behm
Eine Veranstaltung von „Die Linse | Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit e.V.“ im Rahmen der Reihe „Jüdisches Leben“ im Cinema & Kurbelkiste, Münster.
8.+15.5.2025, 2.+ 5.11.2025
sächsische Landesarbeits-gemeinschaft Auseinander-setzung mit dem National-sozialismus
Im Rückblick auf ein weiteres Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen bleiben die vier Vorführungen von "Der Rhein fließt ins Mittelmeer", die Gespräche und Begegnungen im Mai und November, auf besondere Weise gegenwärtig. Wir erinnern uns an die Menschen im Film, an Erzähltes und Erahntes, wir erinnern uns an Orte und Gegenstände, denen Geschichte anhaftet, an Sichtbares und Verborgenes, an Landschaften, an Wind, Wasser und – an Stille. Und dann, gerade im Nachhall, werden wir uns des weiten Raums bewusst, den uns der Film eröffnet hat und in dem wir uns selbst und anderen, von Mensch zu Mensch, begegnen können. Nur die Abgründe dürfen wir dabei nicht scheuen.
Danke für Deinen Film, Offer, und danke, dass Du ihn begleitest und uns den Austausch mit Dir ermöglichst.
Jane Wegewitz
Im Jahr 2025 vier Veranstaltungen der sLAG in Zwickau, Großhennersdorf, Chemnitz (mit FES Sachsen und Tagen der jüdischen Kultur Chemnitz) sowie Dresden (i. K. mit GCJZ Dresden und Zentralwerk e.V.).
8.2.2024
Stadtarchiv
Wiesbaden
Ein pointierter, sehenswerter und besonders feinfühliger Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland. Offer Avnon schafft mit viel Geschick Zwiegespräche zwischen Menschen, die sich nie getroffen haben. Das Publikum lässt er mit der Frage zurück, ob sich diese Menschen, hätten sie sich jemals kennengelernt, überhaupt miteinander gesprochen hätten. Der feinsinnige Film beschäftigt sich nicht nur mit Vergangenem, sondern transferiert die Fragen der Geschichte ins Jetzt. Offer Avnon lässt das Publikum mit seinem Film einen Blick in seine Gedanken werfen.
Das Filmgespräch mit Offer Avnon eröffnete dem Publikum erweiterte Perspektiven. Der Regisseur und Drehbuchautor gab mithilfe seiner klugen und wohl gewählten Antworten auf die Fragen des Publikums der Veranstaltung eine ganz besondere Wirkung und entließ das Publikum mit Gedanken, die zweifelsohne nachklangen.
Dr. Katherine Lukat
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Wiesbaden und des Kulturamts – Caligari FilmBühne in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Wiesbaden im Rahmen der Reihe „Erinnern an die Opfer“.
15.5.2024, 6.+7.11.2024, 23.+25.5.2025
LOEWE-Zentrum Dynamiken des Religiösen, Goethe Universität /
Dr. Silvia Richter
Dr. Silvia Richter
Zwischen Sachlichkeit und Traum/ata kommt ‘Der Rhein fließt ins Mittelmeer’ leise und wie ein Fremder, von weit her, aus einer Gegend vor unserer Vorstellungskraft und jenseits des Repräsentierbaren: dem historischen Ereignis der Shoah, gespiegelt im Kaleidoskop der Echos der interviewten Personen und schaut dem Betrachter dabei direkt fragend in die Augen. Dabei fühlt man sich, als ob man einem Detektiv bei seiner Spurensuche über die Schulter schauen darf: Nach und nach wird ein Kraftfeld aus Bezügen und Bedeutungen sichtbar, ein Koordinatensystem das unsere Wahrnehmung durchdringt wie ein Wasserzeichen – eingelassen in ein Papier, von dem wir schon alles zu lesen geglaubt haben. Wenn man aber das Papier gegen das Licht hält, wird plötzlich etwas sichtbar, was man noch nie gesehen hat. So wird man selbst auf Augenhöhe mitgenommen und wird selbst ein Teil der Bilder, die man sieht – denn was gezeigt wird, ist auch Teil unseres eigenen heutigen Lebens. Wir alle nehmen auf die eine oder andere Weise Stellung zur Shoah. Sie ist nicht Vergangenheit, sondern Teil unserer lebendigen Gegenwart. Dies zeigt uns ‘Der Rhein fließt ins Mittelmeer’, indem er es uns spüren lässt. Der Verlauf des Films ist ein Ariadnefaden in das Labyrinth des kollektiven Unsichtbaren.
Dr. Silvia Richter vom LOEWE-Zentrum „DynaRel“ an der Goethe-Universität Frankfurt moderierte im Mai 2025 das Gespräch nach der Filmvorführung an der Hochschule für Jüdische Studien (HFJS) in Heidelberg. Anschließend initiierte und organisierte sie in Kooperation die Veranstaltung am 6. November 2024 an der Goethe-Universität sowie die am folgenden Tag stattfindende Vorführung im Filmforum Höchst. Darüber hinaus integrierte sie den Film in ihr Seminar „Themenfelder jüdischer Ethik in der Moderne“ mit einer Vorführung und einem anschließenden Gespräch mit ihren Studierenden. Für das Festival der Philosophie in Hannover initiierte und moderierte sie am 23. Mai 2025 ebenfalls eine Filmvorführung.
1.2.2024
Deutsch-Israelischer Freundeskreis
Karlsruhe
Vom Titel allein hätte ich mir diese Vielfalt und visuelle und intellektuelle Anregung nicht vorstellen können. Auch Gespräch und Austausch waren eine sehr schöne Bereicherung.
Bernd Morlock
Eine Veranstaltung der Kinemathek in Kooperation mit dem Deutsch-Israelische Freundeskreis im Stadt- und Landkreis Karlsruhe.
18.11.2023
Traumathek
Nach dem grausamen und unmenschlichen Überfall der Hamas, einer Situation, in der einen Hoffnungs- und Fassungslosigkeit schnell zu überkommen drohten, war es uns ein Anliegen, diesen Film der Spuren- und Sinnsuche mit einem Publikum teilen zu können, ein Film, der Mut machen kann, ohne einfache Antworten zu liefern.
Felix Prasser
Initiative: Petra Balzer | Eine Veranstaltung der Traumathek, Köln.