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Aus der Presse

„Schon wieder ein Film über den Holocaust? Wurde in Claude Lanzmanns Monumentalwerk „Shoah“ (1985) nicht schon alles gesagt, was es zu dem Thema zu sagen gibt? Wer so denkt, sollte sich dringend Offer Avnons Dokumentarfilm ansehen. Darin führt der israelische Regisseur, der zehn Jahre in Deutschland lebte und inzwischen wieder in seiner Geburtsstadt Haifa wohnt, vor Augen, warum die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nötiger denn je ist – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern leise und nachdenklich seine Umwelt und sich selbst befragend.”

„Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ betreibt die Sisyphusarbeit einer Verortung zwischen Philo- und Antisemiten, Bemühten und Gleichgültigen, Erinnerern und Ausblendern. Kein Bild, kein Satz, der nicht mannigfaltige Assoziationen auslöste. Der Teufel steckt im Detail – dafür öffnet dieser Film die Augen. Durch welche Traumata lebt der Holocaust fort, den der Filmemacher, Sohn eines polnischen Überlebenden, in all den Jahren in Deutschland „nie, auch nicht für einen einzigen Tag“ vergessen konnte? Welche Mechanismen der Verdrängung wirken bei den Angehörigen der Täter, bei denen der Opfer? Wie ist die Wahrnehmung, das Bewusstsein, die Erinnerung des Einzelnen geprägt durch seine Zugehörigkeit zu einer Nation, einer Religion oder politischen Gruppierung? Offer Avnon gibt Antworten in fragmentarischer Form, und jede wirft weitere Fragen auf. Die Suche nach jenem „Unheimlichen“, auf die er sich mit seinem Film begeben hat, ist längst nicht abgeschlossen.

„Dieser Film ist wie der Rhein: Er fängt langsam und unscheinbar an, ich musste mich erst zurechtfinden in ihm, hatte echte Probleme, nicht innerlich auszusteigen, doch von Minute zu Minute wurde er besser, also zwingender, interessanter, abgründiger, breiter, riss mich mit. Manche reden sich um Kopf und Kragen. Wie gesagt: Ein abgründiger toller Film!

„Wie ein Archäologe dringt Avnon behutsam bis hierhin vor, hakt aber an den kritischen Stellen genau nach.”

“...In seinem Dokumentarfilm »Der Rhein fließt ins Mittelmeer« spricht Avnon mit Überlebenden und Angehörigen, mit Schuldbewussten, Gleichgültigen, mit feindlich und versöhnlich Gestimmten in Deutschland, Polen und Israel. In den fragmentarisch aneinandergereihten Dialogen ergründet der Film Verdrängungsmechanismen, Verständigungsversuche und bleibende Traumata. Welchen Dialog können Angehörige von Opfern und Tätern miteinander führen? Worum geht es bei der kollektiven Schuld? Wie weit soll sie gehen? Jede Antwort wirft weitere Fragen auf. ... »Der Rhein fließt ins Mittelmeer« ist ein wichtiges Zeugnis einer verblassenden Zeit, doch die Suche nach den versteckten Erinnerungen abschließen, das kann er nicht.” 

​"Der israelische Eröffnungsfilm „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ von Offer Avnon übertrug eine der wichtigsten Debatten der Gegenwart in die Sphäre der Kunst und

auf die Leinwand"

"Auch dies ein Film, der mit seiner kunstvollen, kontrapunktischen Verschränkung von Bild und Text auf die große Leinwand gehört. Und das Kino und sein Publikum unwillkürlich im gemeinsamen Diskurs

zusammenschweißt."

Der absurde und doch treffende Filmtitel „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ weist auf geografische und mentale Unvereinbarkeiten hin und gibt den Beteiligten dennoch Raum,

ihre Erfahrungen oder Interpretation der Geschichte darzulegen."

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